VON DIVA & SCHICKSAL

Die Opernsängerin Anna Sutter sang ab 1893 am königlichen Hoftheater und wurde später zur Kammersängerin ernannt. Beim Publikum war sie wegen ihrer Sangeskunst äußerst beliebt – bei vielen Herren auch aufgrund ihrer Ausstrahlung. Durch zahlreiche Liebschaften sorgte die Diva immer wieder für Schlagzeilen. Eine davon sollte ihr schließlich zum Verhängnis werden.

Der Hofkapellmeister Aloys Obrist trank sich am 29. Juni 1910 in einer Gaststätte Mut an, besorgte noch einen Blumenstrauß und brach zur Wohnung Anna Sutters auf. Dort verschaffte er sich gegen den Willen des Hausmädchens gewaltsam Zutritt und traf die Kammersängerin in ihrem Schlafzimmer an. Zwei Jahre lang hatte sie eine Beziehung mit Obrist gehabt, diese jedoch bereits beendet. Mit zwei Pistolenschüssen tötete der Hofkapellmeister Sutter und anschließend sich selbst.

Zum Gedenken an die beliebte Kammersängerin wurde 1914 an der Neckarstraße der Schicksalsbrunnen errichtet, der sich heute zwischen Opernhaus und Schauspielhaus befindet. Der Jugendstilbrunnen steht symbolisch für die Macht des Schicksals über das menschliche Leben: Freude und Leid werden zur Rechten und zur Linken des Brunnens durch ein Liebespaar dargestellt. In der Mitte sitzt die Schicksalsgöttin, die in ihren geschlossenen Händen das menschliche Schicksal verborgen hält.

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