VON SCHLÖSSLE & BRAND

b dem 16. Jahrhundert entstanden im Rotwildpark drei Stauseen zur Wasserversorgung Stuttgarts. Als reguläre Wasserversorgung dienen die drei Parkseen zwar nicht mehr, als Notwasserversorgung der Stadt haben sie jedoch auch heute noch nicht gänzlich ausgedient. Auf einer Anhöhe am Bärensee, dem bekanntesten der drei Gewässer, ließ Herzog Carl Eugen im 18. Jahrhundert einen Jagdpavillon errichten. Dieses sogenannte Bärenschlössle lag am Ende einer rund drei Kilometer langen Straße, die von Schloss Solitude durch den Wildpark bis zum Bärensee führte. Da sich der Herzog oft und gerne zur Jagd im Wildpark aufhielt, war auch das Bärenschlössle mit allem nötigen Prunk ausgestattet. Im Bärensee schwammen daher sogar zwei echte venezianische Gondeln, die der Herzog von einer Italienreise mitgebracht hatte.

1817 ließ König Wilhelm I. das Schlössle abreißen und an derselben Stelle durch einen größeren Jagdpavillon ersetzen. Gleichzeitig wurde das Waldstück zu einem großen Wildgehege ausgebaut. Dieses neue Bärenschlössle wurde im Zweiten Weltkrieg durch eine Brandbombe vollständig zerstört. In den 1960er-Jahren wieder aufgebaut, brach im neuen Bärenschlössle 1994 erneut ein Brand aus, der das beliebte Ausflugsziel nahezu vollständig zerstörte. Beim Wiederaufbau drei Jahre später verzichtete man auf eine Rekonstruktion des Innenbereichs.

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